PowerAuszeit - Thema des Monats                                            

 

Die besondere Funktion der Fußmuskulatur

 

Ob ein Fuß schön ist, das liegt im Auge des Betrachters.

Aber unsere Füße tragen das Gewicht des Körpers unser Leben lang, ob ansehnlich oder nicht.

 

Dabei verbinden sie uns einerseits sicher und stabil mit dem Boden, andererseits stoßen sie uns kraftvoll von ihm ab. Ihr hoch komplexer Aufbau sorgt sowohl für das Ausbalancieren des Körpers auf kleinster Fläche, als auch für die gesamte Körperaufrichtung. Als bedeutsames „Fundament“ des Körpers nehmen sie im Zusammenhang mit dem Beckenboden eine Schlüsselrolle ein. Bereits die Art des individuellen Stehens beeinflusst die Haltung des Beckens und somit auch den Beckenboden. Senk- oder Plattfüße verändern Stellung, Spannung und Beweglichkeit des Beckens und somit des Beckenbodens.

 

Der Fuß ist Spiegel der Bewegung unseres Körpers. Sie hinterlassen nicht nur einen Fußabdruck in weichem Sand.

Der Fuß ist mit etwa 75.000 Nervenenden besetzt, die für die Steuerung der Bewegungen des Fußes, aber vor allem für die Wahrnehmung von Kälte, Wärme, Schmerz und Druck zuständig sind. Er besitzt eine dicke Fettschicht zur Dämpfung auf der Unterseite und besteht aus 28 Knochen, die durch 33 Gelenke verbunden sind.

 

Es ist wohl ein bekanntes Phänomen, dass manch eine Schwangere größere Schuhe braucht als zuvor und das auch dann noch, wenn die hormonell bedingten Ödeme nach Geburt und Stillzeit längst verschwunden sind. Dennoch wird dem Fuß kaum Aufmerksamkeit geschenkt, weder während, noch nach der Schwangerschaft, oder allgemein im Leben.

 

Ein gesunder Fuß hat zwei Wölbungen: Ein Quergewölbe im Vorfuß und ein Längsgewölbe im ganzen Fuß. Beide Gewölbe werden durch Bänder und Muskeln in ihrer Lage stabilisiert. Durch das Gewicht des Körpers werden diese Gewölbe bei jeder Fußbelastung ein wenig gedehnt, um bei der Entlastung wieder in ihre ursprüngliche Lage zurückfedern zu können. Der Fuß wirkt dabei wie eine natürliche Feder, welche das Gehirn und die Wirbelsäule vor Erschütterungen schützt.

 

Bekommt der Fuß keine Trainingszeit, besteht die Gefahr, dass der Fuß abflacht.

Das Resultat könnte sein, dass die Sprunggelenke einwärts knicken und begünstigen eine „X- Position“ der Beine, welche die Sitzbeinhöcker auseinander wandern lässt. Die Hüftgelenke sind in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, der Beckenboden ist schwach und nicht reaktionsbereit.

Eine trainierte Fußmuskulatur richtet dagegen den Fuß optimal auf und damit auch das Sprunggelenk, die Fersen stehen dabei senkrecht und die Knie verlaufen parallel. Ein aktiver Fuß richtet fortlaufend das Becken und die Wirbelsäule auf und stellt somit die Basis für einen aktiven Beckenboden dar.

Die Muskeln des Fußes sind über die Achillessehne und die Kniesehne muskulär und faszial mit den Beinaußenseiten-, Hüft- und Beckenmuskeln verbunden.

Werden diese kleinen, manchmal schlecht wahrnehmbaren Fußmuskeln aktiviert, setzt sich die Anspannung wie eine Kettenreaktion bis zu den Sitzbeinhöckern fort und aktiviert somit den Beckenboden.

 

Es gibt ganz einfache Übungen, die die Fußmuskulatur kräftigen und somit uns zu einer besseren Haltung und einem kräftigeren Beckenboden verhelfen können. Wie z.B. das Zehenkrallen, um nur eine von vielen Übungen zu nennen.

Und ganz viel barfuß gehen!!! Ein Schuh ist wie ein Korsett für unseren Fuß.